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Choraufnahme mit mehreren (DV-) Camcordern

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Einleitung   Grundidee   Hauptkamera   Mobilkamera   Synchronisationsvorbereitung   Ton   Live   Organisation   Zusatzmaterial Filmen   Vorraussetzungen für den Schnitt   Synchronisation der Clips   Schnitt   DVD erstellen   Fazit

Synchronisation der Clips

Der erste Schritt für den Schnitt, ist die Synchronisation der beiden (Haupt- und Detailkamera) Aufnahmen. Dazu wird zunächst mal die Hauptkamera auf die erste Spur gelegt. Diese gibt ja den kompletten Ablauf wieder, und wenn nichts schief gegangen ist, ist hier auch die komplette Tonspur enthalten.

Wie schon erwähnt, sind die Gleichlaufschwankungen zwischen den verschiedenen Geräten unter Umständen recht groß. Zunächst wird dieser Wert für den gesamten Film ermittelt. Dazu beide Spuren übereinander legen, einen Blitz oder ein signifikantes Tonereignis am Anfang suchen und die zweite Spur verschieben, bis Deckungsgleichheit herrscht. Nun ein entsprechendes Ereignis am Ende der Aufnahme suchen, und zählen wie groß der Versatz hier zwischen den beiden Spuren ist. Bis 3 Frames ist noch akzeptabel, ist der Versatz größer ist noch etwas mehr Aufwand notwendig. Für eine bessere Übereinstimmung wird nun die Aufnahme der zweiten Kamera in Blöcke geschnitten, jeweils zwischen zwei „Sync-Punkten“. Diese Blöcke werden dann auf der zweiten Spur des Schnittprogramms abgelegt. Nun wird für jeden Block einzeln der Sync-Punkt gesucht, und der Clip so verschoben, bis er genau über dem entsprechenden Sync-Punkt der Hauptkamera liegt. Der Vorgang wird für jeden Teilclip wiederholt. Der Abstand der Sync-Punkte, bzw. die Abweichung im Gleichlauf ist optimal, wenn für jeden Teilclip maximal ein Frame raus geschnitten werden muss bzw. einen Lücke von maximal einem Frame bleibt.

Schnitt

Sind die Spuren korrekt platziert, wird der Ton der zweiten Spur komplett abgeschaltet, und wir können mit dem eigentlichen Schneiden – also dem Auswählen der gezeigten Perspektive – beginnen.

Dabei wäre es natürlich wünschenswert, beide (oder eben alle) Spuren in der Vorschau zu sehen, und durch Knopfdruck beim betrachten jeweils die beste für die Ausgabe auszuwählen. Diesen Luxus bieten leider nur teure Plug-Ins für ebenso teure Schnittprogramme. Zumindest für zwei Spuren geht es aber auch recht gut ohne diese speziellen Features. Dazu wird die Mobilkamera Spur im Vorschaufenster abgespielt. Dann wird die Wiedergabe gestartet, und immer wenn ein Übergang gewünscht ist (sowohl von Haupt- nach Mobilkamera als auch umgekehrt) wird ein Schnittpunkt gesetzt. Dann wird jeweils zwischen zwei Schnittpunkten (an denen die Hauptkamera sichtbar sein soll) der Mobilclip gelöscht bzw. inaktiv geschaltet. So geht man Blockweise durch die gesamte Aufnahme. Hier sind sicherlich die eigene Bedienphilosophie, sowie die Eigenheiten des Schnittprogramms zu berücksichtigen.

In einem zweiten Durchgang kann man dann einzelne Schnitt noch etwas genauer setzen, oder Übergänge einfügen.

Bei sehr langen Aufnahmen (wie beim vorliegenden Chorkonzert über 2 Stunden) macht es Sinn, das ganze in 4-8 Blöcke aufteilen und diese jeweils getrennt zu bearbeiten. Damit bleiben die Dateien etwas kleiner und man behält besser die Übersicht im Schnittprogramm.

Übrigens eignet sich für die erste Vorbearbeitung das bekannte Freeware Tool „VirtualDub“ besser als manches richtige Schnittprogramm. Die übersichtliche Bedienung und die Geschwindigkeit lassen zum Beispiel das Scheiden auf den gemeinsamen Startpunkt und das Suchen der Synchronisationsmarken sehr schnell von der Hand gehen. Allerdings ist dann schon beim Überspielen vom Camcorder auf den PC darauf zu achten, als Format DV-Version 2 einzustellen, VirtualDub kann nur in diesem DV Dialekt Ton und Bild verwalten.

DVD erstellen

Der letzte Schritt in der Produktion ist schließlich die Erstellung der kompletten DVD. Der geschnittene Film wird dazu mit optimaler Datenrate (d.h. möglichst hoch, aber noch auf eine DVD passend) nach MPEG2 konvertiert.

Bei der Gestaltung der DVD Menüs ist meiner Erfahrung nach Zurückhaltung angesagt. Zu leicht vergisst man über die Möglichkeiten animierter und verschachtelter Menüs das eigentliche Ziel, nämlich den Hauptfilm anzuschauen. Das Gleiche gilt auch für die Gestaltung von Vor- und Abspann.

Bei der Covergestaltung dagegen sollte man ruhig wieder etwas mehr machen. Denn das ist der erste Eindruck, den jeder von der DVD erhält. Und der soll schließlich neugierig machen, und den vielen Stunden die in Aufnahme und Schnitt gesteckt wurden, gerecht werden. Auf das Cover gehören auch die Fakten zur Aufnahme, Ort und Datum, vielleicht die Liste der Lieder und die Namen der Musiker. Dass auch bei den Namen keine Schreibfehler gemacht werden, ist natürlich Ehrensache.

Fazit

Der Vergleich des Ergebnisses mit professionellen Broadcast Aufnahmen ist unausweichlich. Doch davon sollten wir uns nicht einschüchtern lassen. Schließlich steht auf der einen Seite ein Ein-Mann/Frau Projekt mit eigener Ausrüstung und auf der anderen Seite ein ganzes Team von Vollzeit Profis für Licht, Ton, Kamera, Schnitt, Regie und Organisation mit Millionen Equipment.

Wichtig ist, dass es tatsächlich einen riesigen Unterschied zwischen dem klassischen „Videomitschnitt“ und dem Ergebnis einer sorgfältig geplanten und durchgeführten Mehrkamera Projekt gibt. Und das wird hoffentlich auch bemerkt. J


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