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Choraufnahme mit mehreren (DV-) Camcordern

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Einleitung   Grundidee   Hauptkamera   Mobilkamera   Synchronisationsvorbereitung   Ton   Live   Organisation   Zusatzmaterial Filmen   Vorraussetzungen für den Schnitt   Synchronisation der Clips   Schnitt   DVD erstellen   Fazit

Einleitung

Wer sich als Besitzer einer Videokamera outet, wird automatisch immer mal wieder gebeten ein besonderes Ereignis im Freundeskreis festzuhalten. Irgendwann will dann der engagierte Hobbyfilmer gerne den Schritt vom einfachen „draufhalten“ hin zur echten Mehrkameraaufnahme machen. Also die typischen Live Events wie Hochzeiten, Konzerte oder Tanzauftritte nicht nur aus einer (langweiligen) Perspektive filmen, sondern zwischen den interessanten und guten Bildern mehrerer Kameras hin und her blenden. Dabei soll das Ganze aber weiterhin mit dem eigenen und eventuell ein wenig hinzu geliehenem Hobby Equipment gemacht werden, und obendrein noch von einer einzelnen Person, bestenfalls mit einem „Gehilfen“.

Grundidee

Der Kern der Lösung ist heutzutage schon fast Standard: Der nachträgliche Schnitt von DV Kamera Aufnahmen am Computer. Das heißt, es wird zunächst das gesamte Ereignis von allen Kameras aufgenommen, und dann zuhause am Computer die besten Einstellungen ausgewählt und Überblendungen eingefügt. Im einfachsten Fall nimmt eine Kamera das gesamte Ereignis ganz alleine in der Totalen auf, eine zweite Kamera wird „bemannt“ und sucht stets die interessanten Details. Im Prinzip kann auch noch eine dritte oder vierte Kamera eingesetzt werden, man sollte sich aber bewusst machen, dass das den Aufwand beim Schnitt exponential erhöht. Wichtig ist, dass die Kameras während der ganzen Veranstaltung durchlaufen, also grundsätzlich alles von allen Kameras gefilmt wird. Eine solche Konstellation mit Totaler und Mobilkamera passt im Grunde zu den meisten Gelegenheiten. Dieser Artikel basiert auf den konkreten Erfahrungen der Aufnahme eines Chorkonzertes mit zwei Kameras.

Hauptkamera

Das ist die wichtigste Kamera. Sie soll ein zu 100% brauchbares Bild liefern, der schnitttechnische Fels in der Brandung. Und das ohne Kameramann. Dazu wird diese Kamera auf ein Stativ befestigt, möglichst hoch, damit niemand versehentlich ins Bild läuft. Außerdem schafft diese Perspektive den besten Überblick. Das Stativ am besten noch mit Absperrband oder ähnlichem vor Remplern sichern. Das gilt genauso für die Kabel für Strom und Ton, auch hier ist das sorgfältige Verlegen und Abkleben unerlässlich.

Dann wird die Kamera auf manuelle Schärfe eingestellt (sonst wird eventuell ein Zuschauer direkt vor der Kamera scharf – und nicht die Bühne), Weißabgleich und Tonpegeleinstellung durchgeführt. Der Bildausschnitt wird eher großzügig gewählt. Lieber alles etwas kleiner, als einen Protagonisten der immer wieder aus dem Bild läuft.

Es ist sicherlich keine schlechte Idee, eine Person Ihres Vertrauens damit zu beauftragen, während der Vorführung einen Blick auf die Kamera zu haben. So kann ein Ausfall zumindest schnell entdeckt und eventuell auch umgehend behoben werden.

Mobilkamera

Die Mobilkamera ist das Gegenstück zur Hauptkamera. Sie soll stets möglichst nah am Geschehen sein, und die interessanten Details aufnehmen. Dabei gilt es, bei der Wahl der Position eine gute Alternative zum Blickwinkel der Hauptkamera einzunehmen, gleichzeitig aber die optische Achse zu beachten.

Wer sich richtig Mühe gibt, führt vor der Veranstaltung mit Mobil- und Hauptkamera einen manuellen Weißabgleich durch. Mindestens jedoch sollte man die Automatik abschalten und bei beiden Kameras auf den gleichen Festwert einstellen (z. B. Innenraum).

Und dann heißt es aufnehmen. Im Hinblick auf den späteren Schnitt, versucht man einen Rhythmus einzuhalten, z. B. alle 20 Sekunden eine neue Einstellung. Schwenks und Fahrten stets mit Anfang und Ende, also vorher überlegen von wo nach wo die Fahrt geht. Die Kamera wird immer durchlaufen lassen, sollte mal versehentlich die Stopptaste gedrückt worden sein, gleich wieder weiterfilmen. Die Kamera installiert man trotz des Mobilgedankens besser auf ein Stativ, ein Einbein, ein leichtes Alustativ oder ein Schulterstativ. Oder noch besser ein Schwebestativ, wenn man es denn bedienen kann. Denn 1 oder 2 Stunden aus der Hand zu filmen wird auch beim besten Bildstabilisator zwangsläufig zu Zitterpartien führen.

Prinzipiell sind natürlich mehrere solcher Mobilkameras (soweit Kamera und Kameramann/frau vorhanden) möglich. Man sollte jedoch wie schon eingangs erwähnt beachten, dass der Aufwand beim Schnitt damit erheblich wächst. Besser mit der einen Kamera wirklich gute Aufnahmen gemacht. Denn Klasse ist hier definitiv besser als Masse.

Synchronisationsvorbereitung

Wie schon erwähnt, basiert die Grundidee des späteren Schnittes auf zwei Aufnahmen des gleichen Ereignisses aus zwei verschiedenen Perspektiven. Später werden diese beiden Spuren im Schnittprogramm anhand einer markanten Stelle synchron übereinander gelegt, und dann jeweils der interessantere Teil aktiviert. Erste Bedingung ist es also, die beiden Kameras von Anfang bis Ende einfach durchlaufen zu lassen. Wird (z. B. an der Mobilkamera) doch mal versehentlich die Stopp Taste gedrückt, muss gleich wieder die Aufnahme gestartet und der Zeitpunkt der Panne im Logbuch vermerkt werden. Leider ist es aber so, dass es bei längeren Aufnahmen deutliche Abweichungen im Gleichlauf zwischen den Kameras geben kann. Nach einer Stunde durchaus 25 Frames oder mehr. Für Lippensynchronität sind aber maximal 3 Frames Abweichung zu ertragen.

Damit das beschriebene Übereinanderlegen in lippensynchronen Teilstücken erfolgen kann, muss schon während der Aufnahme für mehr Synchronisationspunkte gesorgt werden. Das sind im einfachsten Fall Blitze von Fotoapparaten der Zuschauer. Da diese aber eher unberechenbar sind, und nachher auch schwerer zu zuordnen, ist es besser gleich selbst für die richtigen Markierungen zu sorgen. Z. b. kann man nach jedem Stück einen Gehilfen mit einer Filmklappe filmen. Oder alternativ wenigstens nach jedem Stück einen besonders deutlichen Blitz auslösen. Aber Achtung, ein Fotoblitz ist nur etwa 1ms lang, kann also sehr wohl auch von der Videokamera verpasst werden. Für mein nächstes derartiges Projekt würde ich gerne einen automatischen Sync-Blitzer bauen: Ein Gerät, dass hinter der Mobilkamera an der Wand hängt, und alle 5 Minuten einen Doppelblitz aus Richtung der Mobilkamera auf die Akteure auslöst. Der sollte dann im Filmmaterial von beiden Kameras auftauchen, und durch die Blitzfrequenz auch leicht zu identifizieren sein.

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